NACHSPIELZEIT

Rückblick auf die VIERERKETTE Live

Die VIERERKETTE Live ist seit ein paar Tagen Geschichte. Höchste Zeit also für meinen sehr persönlichen Rückblick:

Es ist sehr, sehr schön zu sehen, wenn nach Monaten der Vorbereitung so langsam alles zusammenkommt und aus vielen kleinen Teilen ein Gesamtbild entsteht (hier habe ich schon etwas zur Vorgeschichte geschrieben). Etwas, das nur funktioniert hat, weil ganz viele Menschen gemeinsam dafür gearbeitet haben: Neben den vier Fan-Podcasts (BrustringTalk, Nachspielzeit, Rund um den Brustring und STR) war auch das VfB-Fanprojekt mit Jörg und Andi wichtiger Teil der VIERERKETTE Live. Und Ute von vfb-bilder.de hat an dem Abend tolle Fotos gemacht und auch das Banner für die Bühne gestaltet. Einen großen Dank an alle Mitwirkenden!

Man kann leicht unterschätzen, wie viel Arbeit so einen Veranstaltung tatsächlich macht. Viele Abstimmungsrunden, Gespräche und E-Mails, diverse Treffen vor Ort und ein immer weiter wachsendes „Sendungsdokument“ sprechen Bände. Grob überschlagen würde ich bei mir mal mit ca. 50 Stunden Zeitaufwand rechnen, aber jede Minute war es am Ende wert investiert zu werden. Wertvoll für alle Zuschauer und Zuhörer, für uns Podcaster aber auch die beiden Kandidaten und nicht zuletzt auch für den VfB Stuttgart.

Ein paar Aspekte des Abends möchte ich nochmal einzeln betrachten.

Das Konzept

Als wir mit den Planungen begonnen haben, haben wir uns schnell darauf geeinigt, dass wir Podcaster sind und eigentlich einen großen Podcast mit Gästen machen möchten. Kein „Kanzlerduell“ mit Fragen und Antworten, sondern ein offenes Gespräch unter allen Beteiligten, dass Platz lässt in Themen auch mal tiefer eintauchen zu können. Damit wollten wir uns nicht nur von anderen Veranstaltungen abheben, sondern auch inhaltlich etwas andere Wege gehen (zur Auswahl der Themen später mehr).

Auch die Location hat eine nicht unwesentliche Rolle für das Konzept gespielt. Wahrscheinlich hätten wir über den VfB auch irgendwo im Neckarstadion unterkommen können, das wollten wir aber bewusst nicht (der Vereinsbeirat war da nebenbei gesagt gleicher Meinung). Die VIERERKETTE Live ist keine Hochglanzveranstaltung, sondern von Fans für Fans gemacht, darf gerne etwas rustikaler und muss vor allem authentisch sein. Dazu hat das Vereinsheim des SSC durchaus auch beigetragen.

Der Ton liegt in Scherben

Bei aller Planung im Vorfeld und Gedanken über die Dinge, die schieflaufen könnten, wären wir tatsächlich als Letztes auf den Ton gekommen. Der Stream ist wackelig, könnte passieren. Verkehrschaos aufgrund einer parallelen Veranstaltung in der Schleyerhalle, damit ist zu rechnen. Krankheit macht uns bei den Teilnehmern einen Strich durch die Rechnung, kann man nicht verhindern. Nicht aber der Ton, den wir in die Hände erfahrener Profis gelegt haben.

Nun ja, es wäre keine Veranstaltung rund um den VfB, wenn es nicht an irgendeiner Stelle zu technischen Problemen gekommen wäre (immerhin unsere Abstimmungen haben aber funktioniert!). Und so war schon der erste Satz der Vorstellungsrunde nur in den vorderen Reihen zu verstehen, da die Tonübertragung, wenn überhaupt, nur abgehakt funktionierte. Was kann es einen besseren Einstieg in die Veranstaltung geben also so etwas …

Zunächst war dies natürlich einfach ärgerlich für den Abend, weil nicht alle hören konnte und sich durch die notwendige Unterbrechung auch nochmal alles verzögerte. Mir persönlich hat dies aber den Puls noch weiter hochgetrieben als jedes Lampenfieber vor der Veranstaltung, da ich damit ganz klar das Konzept des Abend gefährdet sah.

Wie oben beschrieben wollten wir ein offenes Gespräch führen und waren dafür durch die Headset-Mikrofone für jeden Teilnehmer auf der Bühne auch entsprechend vorbereitet. Jeder von uns sechs Personen sollte in das Gespräch eingreifen, Nachfragen stellen und diskutieren können. Nachdem wir zwischenzeitlich dann nur ein Mikrofon zur Verfügung hatte, konnte man sich das natürlich getrost abschminken und wir mussten doch wieder auf die klassische Frage/Antwort-Konstellation zurückgreifen. Etwas, dass mich bis heute noch ärgert.

Selbstverständlich muss man aber auch sagen, dass der Abend lieber unter diesen anderen Voraussetzungen stattfand als komplett abgebrochen werden zu müssen. Denn trotzdem haben wir (zumindest ich) an dem Abend noch ein paar neue Dinge erfahren …

Die Kandidaten

Die VIERERKETTE Live war und ist tatsächlich die einzige Veranstaltung, auf der alle am 15. Dezember zur Wahl stehenden Personen anwesend waren (Präsident, Präsidium, Vereinsbeirat). Auch das ist ein Alleinstellungsmerkmal dieses Abends. Der Fokus lag aber natürlich klar auf den beiden Kandidaten Christian Riethmüller und Claus Vogt. Ich persönlich hatte beide sowohl im Stream vom „Dunkelroten Tisch“ als auch live bei einer der OFC-Regionalversammlungen gesehen. Schon im Vergleich dieser beiden Veranstaltungen war klar, dass beide Kandidaten dazwischen einige Termine runtergespult hatten und deutlich sicherer in den Antworten auf viele (oft auch wiederkehrende) Fragen waren. Deutlich wurde aber zunehmend auch, dass es zwischen beiden Kandidaten große Überschneidungen gibt, Positionen des jeweils anderen auch mal übernommen werden und man schon genau hinschauen muss, um Unterschiede zu erkennen.

Für mich persönlich waren die spannendsten Momenten an diesem Abend die, in denen Vogt als auch Riethmüller aus der Komfortzone raus mussten und teilweise sehr unterschiedlich mit diesen Situationen umgegangen sind. Ich denke, dass man hier als Zuschauer durchaus Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten feststellen konnte (diese zu bewerten bleibt dann jeder/jedem selbst überlassen). Auch in der Herangehensweise an manche Themen differenzieren sich beide („Ich habe konkrete Pläne und Vorstellungen für die Umsetzung“ vs. „Ich weiß, was ich erreichen will, schaue mir aber erst mal den Status Quo an und entscheide dann“), was aus meiner Sicht ebenfalls nicht unwesentlich für eine Wahlentscheidung sein kann.

Meine persönliche Einschätzung der beiden Kandidaten werde ich (sehr wahrscheinlich) in den kommenden Tagen nochmal in einem separaten Blog-Eintrag genauer darlegen.

Die Themen

Bei der Auswahl der Themen wollten wir im Vorfeld einige Punkte berücksichtigen:

  • Was interessiert uns, wo haben wir Fragen an die Kandidaten?
  • Welche Inhalte wollen wir Riethmüller und Vogt durch unsere Fragen aber auch mitgeben?
  • Welche Themen kommen von der Seite der Fans und Mitglieder?
  • Worüber haben beide Kandidaten nicht schon zig Mal gesprochen und können daher geschliffen ihre Antworten abspulen?
  • Welche Themen sind denn eigentlich wirklich für den Präsidenten des e.V. und Vorstandsvorsitzenden der AG relevant? (Deswegen gab es übrigens auch keine Fragen zur Lizenzspielermannschaft, das ist schließlich das Hoheitsgebiet Thomas Hitzlspergers)
  • Und zuletzt: Wo gibt es Unterschiede, wo kann man vielleicht auch etwas Reibung zwischen den beiden Kandidaten erzeugen?

Schlußendlich ist dann mit den Themenblöcken Kommunikation, Amt des Präsidenten, AG/Aufsichtsrat/Gremien, Vereinsleben und Gesellschaftliche Verantwortung meiner Meinung nach ein breites Spektrum herausgekommen, das aber viele relevante Punkte adressieren konnte und tatsächlich auf einen nicht unwesentlichen Teil der späteren Aufgabe des dann gewählten Präsidenten zugeschnitten war. Wie nicht anders zu erwarten war, konnten wir an dem Abend nur einen kleinen Teil aller Themen besprechen (bei mir war es ca. 1/3 der aufgeschriebenen Fragen). Und auch wenn es nie unser Anspruch sein konnte, wirklich alle unsere Fragen und die des Publikums zu thematisieren, so haben wir meiner Meinung doch einen guten Querschnitt geschafft.

https://youtu.be/JQzFdifx-ts

Fazit

Hätte man mich unmittelbar nach der Veranstaltung gefragt, wäre mein Fazit vielleicht aufgrund der „Herausforderungen“ an diesem Abend etwas anders ausgefallen.

Heute kann ich aber sagen, dass wir alle gemeinsam etwas auf die Beine gestellt haben, auf das wir stolz sein können! Das es so in der Form noch nie beim VfB, ja wahrscheinlich noch nie im Profifußball in Deutschland gegeben hat. Und das vor allem allen Zuschauern vor Ort und im Stream die Möglichkeit eröffnet hat, die beiden Kandidaten kennenzulernen und durch deren Aussagen und Antworten vielleicht ein Stück weiter in der eigenen Wahlentscheidung gekommen zu sein. Wir haben fast ausschließlich eine tolle Resonanz aus den unterschiedlichsten Richtungen erfahren, nehmen die konstruktive Kritik aber natürlich genauso mit. Die VIERERKETTE Live ist ein Format, dass auch für die Zukunft noch einige Möglichkeiten bietet. Von daher müsste ich mich schon sehr täuschen, wenn es da in der Zukunft keine weiteren Ausgaben geben sollte …


Leseempfehlung: Sebastian hat für Vertikalpass ebenfalls über die VIERERKETTE Live geschrieben. Gleiches hat auch Max für Rund umd den Brustring getan.

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